Achtsamkeit

Mindfullness is a deep, but easy appreciation of the power of uncertainty… ~ Ellen Langer
Achtsamkeit ist die tiefe aber einfache Wertschätzung der Macht der Ungewissheit. Denn alles verändert sich, nichts ist, wie wir es gelernt haben. Achtsamkeit ist keine (Meditations)Übung, es ist ein Seins-Zustand.
Durch Achtsamkeit auf allen Ebenen können wir zu mehr Bewusst-Sein, Intuition und Weisheit gelangen. So können wir unsere Identifikation mit dem falschen Selbst – dem Ego – Schritt für Schritt erkennen und unseren Lebensstil ändern. Für mehr Leben und Liebe, statt angstvoll in Hektik und Stress zu überleben.
Wir unterscheiden vier Ebenen der Achtsamkeit:
1. Körper
Schlaf und Erholung, Bewegung, Ernährung und Darmgesundheit.
Frag dich: Was nehme ich in mich auf? Tut es mir gut, oder dient es der Ablenkung und Angstreduktion? Wie viel investiere ich in meine körperliche Gesundheit?
Tipps: Atem- und Entspannungsübungen machen, denn bewusstes Atmen kann helfen, die Angst zu kontrollieren. Viel in die Natur gehen – Grün beruhigt. Sich typgerecht ernähren und Yin und Yang stärken. Beim Essen mehr Dankbarkeit zeigen, statt zu kritisieren. Gewohnheiten betrachten und evtl. ändern. Den Tag strukturieren. Bewegung nach dem Essen, die Treppe statt den Lift nehmen. Möglichst kein schweißtreibender Sport am Abend. Ausreichend Schlaf,….
Wir sind nicht unser Körper, auch nicht unsere körperlichen Leistungen oder Unzulänglichkeiten!
2. Denken
Gedanken und alte Glaubenssätze halten uns in Gefühlen und Emotionen fest.
Informationen aus Fernsehen, Radio und anderen Medien machen uns manipulierbar.
Frag dich: Wie achtsam bin ich bei dem, was ich in mich hinein lasse? Bin ich im Hier und Jetzt oder spinne ich ein Gedankenkonstrukt um eine Situation?
Tipp: Setze Prioritäten und fokussiere dich! Entscheide bewusst, welche Informationen du aufnehmen wills und welchen Gedanken und Mustern du nachgehst.
Wir sind nicht unsere Gedanken oder das, was wir glauben zu wissen. Wir sind nicht unsere Gefühle!
3. Beziehungen
Jeder braucht mindestens eine Bezugsperson!
Frag dich: WER tut mir gut? Wer ist mir wichtig? Mag ich mich, wenn ich mit DIR zusammen bin? Bin ich herzlich, humor- und liebevoll oder unsicher und angespannt?
Wir sind nicht unsere Beziehungen, Familie oder Gruppenzugehörigkeiten!
4. Spiritualität
Wir sind Teil des großen Ganzen und immer damit verbunden.
Frag dich: Bin ich mir meiner Selbst bewusst? Welche Erwartungen und Wünsche habe ich (ans Universum)? Was will ich im Leben erschaffen und erkennen?
Unsere Seele, unser wahres Selbst ist durch die Inkarnation, also den Körper und die Psyche an die universellen Gesetze des Kosmos gebunden, das erzeugt Unzufriedenheit und egoistische Fehlannahmen. Jeder hat die gleiche Sehnsucht nach Heimat, Liebe, Sinn, Erkenntnis, Freiheit, Glück und Weisheit.
Im Egoismus wollen wir diese Sehnsucht durch Besitz, Zugehörigkeiten, Leistung, Wissen und Selbst-Bewusstsein befriedigen. Wir wollen nicht unglücklich oder krank sein, geschweige denn alt werden.
Die Weisheit liegt in der Liebe, die ohne Sinnesorgane wahrnimmt. Bewusstsein ist sensorische Wahrnehmung der Realität und keine Weisheit – aber ein Schritt in die richtige Richtung.
Alles, was ich noch tun WILL, ist ein Wunsch, der Wunsch nach Vollendung.
Wir sehnen uns alle nach Schönheit, nach dem Guten und Wahren.
Wäre es nicht schön, wenn wir einfach mal wahr– und annehme, dass es gut ist, wie es ist?
Achtsamkeitsübungen:
Um unsere egoistischen Muster zu erkennen, können wir uns mit entsprechenden Übungen und Tätigkeiten die Leiter des Bewusstseins entlangarbeiten.
Sind wir nicht gut verwurzelt oder waren als Kind nicht erwünscht, dann haben wir oft den Wunsch nach Besitz.
Hier hilft:
Ausmisten
Kleiderschrank, Müll, Papierkram, Post und E-Mails, Kontakte auf Social Media-Kanälen,… Ganz Mutige können sich auch ans Ausmisten von Keller, Garage oder Dachboden wagen.
Atmen
4 x 4 Atmung
Einatmen – bis vier zählen
Luft anhalten – bis vier zählen
Ausatmen – bis vier zählen
Luft anhalten – bis vier zählen
Erden
in der Erde arbeiten, barfuß gehen,
Baum-Asana, Trommeln, …
erdige Düfte wie Zedern- oder Sandelholz, Ylang Ylang und Nelke…
Bei Perfektionismus und der egoistischen Identifikation mit den Leistungen und dem damit verbundenen Neid, der Gier, Eifersucht und Rivalität hilft:
Journaling
Statt To-do-Listen abzuarbeiten kann man sich jeden Abend fragen und aufschreiben: „Was habe ich heute alles erlebt und erledigt?“
Für uns Menschen ist es erstrebenswert, mit dem Herzen statt dem Kopf zu sprechen und zu denken.
So ist es uns möglich, die Wahrheit zu fühlen und auszusprechen.
Dabei kann eine etwas unorthodoxe Achtsamkeitsübung helfen:
Lügen
Stell dir vor, du siehst einen wunderschönen Sonnenuntergang. Noch besser ist es natürlich, wenn du ihn wirklich erlebst.
Du sagst drei Minuten lang: „Ich liebe den Sonnenuntergang.“ „Ich liebe den Sonnenuntergang.“ „Ich liebe den Sonnenuntergang.“…
und fünf Minuten später: „Ich hasse den Sonnenuntergang.“ „Ich hasse den Sonnenuntergang.“ „Ich hasse den Sonnenuntergang.“…
Nimm wahr, was es in dir auslöst, wenn du dich selbst belügst.
Diese Übungen helfen, die Gefühle im Körper wahrzunehmen, sich des Denkens in Dualitäten bewusst zu werden und im besten Fall zu transzendieren.
